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Silent Hill: Shattered Memories

Dass ich ein Fan des Silent Hill Universums bin, dürfte inzwischen bekannt sein. Jetzt hatte ich die Chance, den neuesten Teil, Shattered Memories zu spielen.

Waren die ersten drei Spiele noch realtiv ähnlich, begannen mit Silent Hill: The Room alle möglichen Experimente, die mal besser, mal weniger gut funktioniert haben. The Room krankte etwas an der Steuerung, Homecoming war von der Story her nicht so überzeugend wie die Vorgänger. Die PSP Teile brauchten schon etwas Nachhilfe, um die Stimmung auf so einem kleinen Schirm aufzubringen. Dennoch ist die Welt um die kleine Stadt Silent Hill immer noch sehr faszinierend und trotz der genannten Einschränkungen sind die Spiele (ebenso wie der Film und andere Medien) immer noch sehr lohnend für jeden, der subtilen Horror mag.

Dass Shattered Memories hauptsächlich für die Wii erschienen ist, mag seltsam wirken. Gilt die Wii doch als Familienkonsole und ist nicht unbedingt für ihre Grafikleistung bekannt. Das neue Konzept von Shattered Memories passt aber auf die Wii, wie auf keine andere Konsole. Mit der Wiimote steuert man die Taschenlampe von Harry, der seine Tochter Cheryl sucht, die nach einem Autounfall in Silent Hill verschwunden ist. Kennern der Serie wird die Story bekannt vorkommen, denn Shattered Memories ist ein loses Remake von Teil 1. Soweit ich bisher gespielt habe, lehnt sich aber nur die Story an - der Spielablauf ist völlig anders.

Ein weiteres Feature dieses Spiels steckt zwar noch in den Kinderschuhen, wird aber schon von mehreren Horrorspielen aufgegriffen: Shattered Memories erstellt ein psychologisches Profil vom Spieler um den Horror besser auf ihn einszustellen. Jeder findet etwas anderes besonders abstossend oder beängstigend und moderen Horrorspiele versuchen das herauszufinden und den Spieler mit seinen persönlichen Ängsten zu konfrontieren. Ein anderes Beispiel für dieses Vorgehen ist Heavy Rain. In Shattered Memories wird das hauptsächlich durch eine Therapiesitzung realisiert, in der man Fragebögen ausfüllt, Fragen beantwortet, Bilder malt, etc. , die auch gleichzeitig als Rahmenhandlung für das Spiel dient. Im Wesentlichen erzählt man dem Therapeuten seine Erlebnisse in Silent Hill.

Vom Spielerlebnis ist Shattered Memories durch die angesprochenen Features noch intensiver als die Vorgänger. Da man nur einen kleinen Ausschnitt (den, den man mit der Lampe beleuchtet) sieht und so ständig die Gegend nach Bedrohungen absuchen muss, ist das Gefühl der unbekannten Bedrohung, die überall lauert noch viel stärker als in anderen Survival Horror Spielen. Man fühlt sich viel mehr als in der Handlung. Dafür ist der Effekt des interaktiven Spielfilms fast völig weg. Deshalb sehe ich dieses Konzept weniger als Weiterentwicklung von Silent Hill als vielmehr als eine Alternative. Die bekannten Einschränkungen, wie minimale Dialoge, in denen z.B. die doch sehr aussergewöhnlichen Ereignisse in Silent Hill oft gar nicht angesprochen werden, das nicht- Überqueren von kleinen Hindernissen, etc. fallen durch dieses Mittendringefühl noch stärker ins Gewicht als sonst.

Da man in Shattered Memories keine Möglichkeit hat, die Gegner zu bekämpfen (!) , sondern nur vor ihnen flüchten und sie maximal etwas aufhalten kann, sind die Momente, in denen man angegriffen wird, noch viel, viel erschreckender als in den Vorgängern. Um sich von der Umklammerung eines Angreifers freizukämpfen, muss man mit Wiimote und Nunchuck in die entsprechende Richtung schlagen, wodurch man noch mehr das Gefühl hat, dabei zu sein. Wenn Gegner auftauchen, friert die ganze Welt ein und der nächste Wegpunkt (Tür, Zaun, etc.) wird markiert. Da die Feinde deutlich schneller sind, als in den Vorgängern, endet jede Begegnung mit einer wilden Flucht. Mein erstes Treffen auf Gegner in Shattered Memories war sicher einer der stressigsten Momente in meiner ganzen Spielgeschichte. Wirklich nicht zu vergleichen mit z.B. Resident Evil, wo man (ausser in den neuesten Teilen) auch oft weglaufen muss, aber dafür bei weitem geordneter und vor allem nur als Alternative zum Kampf. In Shattered Memories gilt es, zu rennen was das Zeug hält und das, kombiniert mit der Orientierung im unbekannten Gelände, stresst wirklich mächtig.

Ansonsten wird die Wii Steuerung hervorragend ausgenutzt. Alle Gegenstände, die zu manipulieren sind, bewegt man mit der Wiimote, Telefongespräche ertönen aus dem Lautsprecher an der Wiimote, sodass man sie wie ein Handy halten und verwenden kann, etc. etc. Das Handy ist auch eine der grösseren Neuerungen. Man kann angerufen werden, selbst anrufen (!) und es z.B. als Navi oder zum Fotografieren benutzen. Alle diese Möglichkeiten sind natürlich wichtig im Spiel.

Mein Fazit zu Silent Hill: Shattered Memories : Ziemlich anders als die bisherigen Teile. Kein Ersatz, aber eine hervorragende Alternative. Wer die Möglichkeit hat, es zu spielen, sollte unbedingt zuschlagen. Ich habe selten so ein intensives Spielgefühl wie bei diesem Spiel erlebt und bei Silent Hill will das was heissen!

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